
„Was kann Disney anders machen, wenn sie sich an Daredevil wagen?“ Genau diese Frage schoss mir durch den Kopf, als ich den ersten Trailer zu Daredevil: Born Again sah. Und ich sag’s euch, der erste Eindruck war schon ein ziemliches Auf und Ab der Gefühle. Einerseits schaut der Trailer wirklich danach aus, als hätten sie sich diesmal wirklich Mühe gegeben. Andererseits… die Produktionsgeschichte ist ein echtes Drama. Oof! Aber bevor ich auch mehr erzähle, gebt euch mal den Trailer. Hab ihn für euch auf Deutsch verlinkt.
Stellt euch vor: Showrunner und Regisseure gefeuert, massive Nachdrehs, ein Hin und Her bei den Schauspielern, und dann noch die Entscheidung, das familienfreundliche PG-13-Rating zugunsten einer düstereren Version fallen zu lassen. Ja, Daredevil kommt aus der sprichwörtlichen „Produktionshölle“ zurück. Und doch: Auf den ersten Blick wirkt es, als hätten sie die Kurve gekratzt. Wilson Fisk, Bullseye, der Punisher, die großen Namen sind wieder mit dabei. Gewalt und düstere Atmosphäre auch. Aber das reicht nicht, oder? Besonders, wenn man die ikonischen „One-Takes“ aus der Netflix-Serie im Hinterkopf hat.
Ich mein, erinnert ihr euch an den Gefängniskampf aus Staffel 3? Dieser unglaubliche Plansequenz ohne offensichtlichen Schnitt, wo Matt Murdock sich geschwächt durch Horden von Gegnern kämpft? Das war einfach nur intensiv. Oder der Treppenhauskampf aus Staffel 2. Eine Mischung aus Rückschlägen, Chaos und unberechenbarer Action. Sowas bleibt hängen, weil es mehr erzählt als nur die Story. Es zeigt uns den inneren Kampf von Daredevil, seinen Willen, trotz aller Rückschläge weiterzumachen. Das ist schwer zu toppen.
Die Frage ist: Kann Disney so etwas authentisch kopieren? Ehrlich gesagt, ich hab da meine Zweifel. Klar, der Trailer hat uns ein paar schicke Szenen gezeigt, aber es wirkt irgendwie zu sauber, fast schon klinisch. Das rohe, chaotische Gefühl, das Daredevil ausmacht, fehlt irgendwie. Und was ist mit den Texas Switches? Diese genialen Momente, in denen Schauspieler und Stunt-Performer sich unbemerkt ablösen. Das hat Disney schon bei anderen Produktionen kaum hinbekommen. Aber vielleicht täusche ich mich ja, und sie haben aus den Fehlern gelernt.
Was mich allerdings etwas hoffen lässt, ist die Rückkehr von Charlie Cox als Matt Murdock. Der Mann ist Daredevil. Punkt. Seine Darstellung, diese Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit, hat die Serie getragen. Wenn sie ihm genug Raum lassen, diese Seite der Figur zu zeigen, dann könnte das ein echter Lichtblick sein. Und wer weiß, vielleicht überraschen sie uns ja wirklich mit neuen Plansequenzen, die uns genauso packen wie die Netflix-Versionen.
Trotz meiner Skepsis werde ich mir die Serie ansehen. Warum? Weil Daredevil für mich mehr ist als nur ein weiterer Superheld. Es geht um die inneren Kämpfe, die Grautöne zwischen Gut und Böse, und diesen unerschütterlichen Willen, weiterzumachen, egal wie viele Rückschläge es gibt. Und ich hoffe einfach, dass Born Again das alles einfängt. Oder zumindest versucht.
Am Ende bleibt uns nur abzuwarten. Vielleicht wird diese Serie nicht nur ein Wiedersehen mit alten Bekannten, sondern auch ein Neuanfang für Daredevil, der uns zeigt, dass Disney es doch drauf hat. Bis dahin bleibt nur eine Frage: Was denkt ihr? Wird Born Again dem Kultstatus der Netflix-Serie gerecht?
